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Soziallexikon nach Gerd Habermann

Liberalismus

Befreiungsbotschaft für den "kleinen Mann", im Wesentlichen im 17. und 18. Jahrhundert konzipiert, mit Wurzeln in der Antike und im Christentum. Seine zentrale Botschaft lautet: Jeder hat seine eigene Würde, er ist Herr seines Körpers und seinen Eigentums und allein seinem Gewissen verantwortlich. Diese Botschaft-besonders ihre ökonomische Variante - revolutionierte die Verhältnisse in Europa und darüber hinaus, beseitigte Monopole und feudale Privilegien (auch auf dem Gebiet der Meinung und des Glaubens) und führte den traumhaften Massenwohlstand herbei, der unsere Gegenwart charakterisiert, aber druch den "Sozialismus" zunehmen bedroht ist. Leider ist bi sheute nur ein Teil dieser Befreiungsbotschaft realisiert, hohe Staatsquoten, Fiskalterror und die egalitäre Zensur der so genannten politschen Korrektheit (z.B. "Antidiskriminierung") schrkönken den Taum der Freiheit, sogar der Meinungsfreiheit, bei uns bedeuten ein und machen neue Kämpfe notwendig.

Siehe Seite 87

Freiheit

Als individuelle Freiheit wichtigstes Element einer "offenen Gesellschaft". Bei den Sozialpoliikern vor allem als so geannte "materiale " Freiheit, d.h. Gute Versorgung, "Freiheit von Not" definiert. Wer "arm" ist, gilt as "unfrei". Nach dieser Logik ist der wohlversorgte Kettenhund im Bauernhof frei, der wilde Fuchs unfrei; der arme Almbauer ist unfrei, der wohlversorgte Sklave frei. "Frei" sind demanch auch Inder und Gefängnisisassen, die jederzeit gut versorgt sind. Frei sin heißt aber vor allem: frei vom willkürlichem Zwang druch andere Menschen seinen frei gewählten Zielen im Rahem seiner Mittel und des allgemeinen gleichen Rechts folgen können, was Armut nicht ausschließen muss.

Siehe Seite 56

Eigenverantwortung

Mit Eigentum udn Wettbewerb unmittelbar verundener weitere Zentralwert einer freien Gesellschaft. Die vergangenen Jahrzehnte brachten eine Erosion der Eigenverantwortung, die durch bürokratische Fremdverantwortung, d.h. Entmündigung der Bürger, ersetzt wurde. Die Schwächung der Eigenverantwortung führt nich t nur zu einem Sinken des moralischen Niveaus einer Gesellschaft, sondern auch zu einem Verlust an Dynamik und Optimismus. Erzwungene "Solidarität" zerstört eigenverantwortliches Handeln und demoraliseirt die Menschen. Nur freiwillige Solidarität sit von menschlich-moralischem Wert und entsprechend erfreulich. Die Zerstörung der Eigenverantwortung war einer der wesentlichen Gründe für den Niedergang sozalistisch-strukturierter Gesellschaften, vom Inka-Reich bis zur Sowjetunion.

Siehe Seite 44

Unternehmer

Die Leitfigur einer moderen Marktgesellschaft, vielfach als "schöpfericher Zerstörer" dämonisiert (schon in der Antike). Der Unternehmer ist die Person, die die gute Gelegenheit erspät und zugunsten der Marktgemeinschat ausnutz, gesetzt, man lässt ihm billigerweise seinen Unternehmerlohn, gestattet ihm die Verzinsung seines eingesetzten Kapitals und, besonders, auch das Einstreichen der Wagnisprämie, denn nie kann er seiner Sache ganz sicher sein. Der Unternehmer wird vor allem durch die Kostenrechnung, den Wettbewerb, das Eigeninteresse, Gesetz und Geschäftsmoral kontrolliert (es gibt auch einen "Reputationswettbewerb"!). "Stark" kann er nur werden, wenn er seinen Mitmenschen nützliche Dienste erweist. Nicht er, sonder der Kunde ist der eigentliche Arbeitgeber". Auch der Arbeitnehmer ist in einer Marktgesellschaft insoweit Unternehmer, als er unternehmerisch seine Fähigkeiten zu Marke tragen muss, sie bestmöglich einsetzen hat. Gegenfigut zum Unternehmer ist der "Unterlasser" - speziell der Rentenbezieher, der jederzeit sein Auskommen und sein Behagen hat, nicht durch Ambition und Aussicht auf Gewinnchanchen vorwärt getrieben wird.

Siehe Seite 143-144