GO AHEAD! NEWSLETTER N°21 04. Februar 2010
 
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DIE BEITRÄGE IM ÜBERBLICK

Vorwort

Wir brauchen dringend Unternehmer!

Die Erdbeben in letzter Zeit waren kleine Schluckaufs im Gegensatz zur Herausbildung der Marktwirtschaft. Denn niemand hatte jemals die ägyptischen Pharaonen als Kapitalisten bezeichnet, oder die Griechen, obwohl sie als Kaufleute und Händler in Griechenland tätig waren. Zum einen fehlten all diesen „nicht – kapitalistischen Gesellschaften“ die Rechtsinsitution des Privateigentums. Der Gedanke, dass das Privateigentum eines Menschen unverletztlich sei, war diesen Gesellschaften so fremd wie die Idee, dass der Mensch selbst unverletzlich sei. Unter solchen Bedingungen wurde das Ideal wirtschaftlicher Freiheit denkbar gering geschätzt. Diese Strukturen brachten es mit sich, dass Geldverdienen an sich kein besonders hohes Ansehen genoss. 

Der Ausbruch des marktwirtschaftlichen Systems, ein wahrlich über Jahrunderte währendes Erdbeben, - hat die Herrschaft von Tradition und Kommandoprinzip hinweggefegt und die sozialen Fundamente zerstört.  Die wirtschaftliche Freiheit hatte aber auch eine raue Kehrseite: Man musste nun alleine zusehen, wie man beim Schwimmen in unruhigen Gewässern inmitten des Gewimmels der Konkurrenten an der Oberfläche blieb. Das marktwirtschaftliche System war somit ebenso verantwortlich für Unruhen, Unsicherheit und individuelle Leiden, wie es auch Fortschritt, Chancen und Erfüllung hervorbrachte. 

Der Wettstreit zwischen den Kosten und Nutzen wirtschaftlicher Freiheit bildet noch immer ein zentrales Thema in der Debatte um den Kapitalismus. Von seinen Anfängen an bewegt sich der Kapitalismus also im Spannungsfeld zweier Strömungen – dem „Laissez-faire“ als Audruck seiner wirtschafltichen Antriebskräfte und dem „Interventionismus“, dem auf staatliche Eingriffe gerichteten Bestreben seiner demokratischen politischen Insitutionen.

In der Marktwirtschaft plötzlich hatte der Einzelne nicht nur das Recht, seinen Arbeitplatz zu wählen, sondern er musste sich vielmehr eigenständig eine Beschäftigung suchen.
In diesem Spannungsfeld tritt eine leuchtende Gestalt hervor - der Unternehmer: Eigenständig  und eigenverantwortlich. Carl Menger (1840-1921), Begründer der Österreichischen Schule der Nationalökonomie erklärte in den Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre 1871 die Unternehmerfunktionen, die wir in zwei Aspekte zusammenfassen können: Wissen und Willen. Der Unternehmer im engeren Sinn sei ein Promotor jener Triebkraft des Marktes. Es handle sich dabei um jene Menschen, die weiterblicken und wagemutiger als die anderen sind, und daher eher in der Lage und willens, größere Ungewissheit auf sich zu nehmen. Der Unternehmer als Träger der Ungwißheit wird so letztlich als Verantwortungsträger verstanden. 

Aber die Unternehmensgründungen gehen gerade in der Zeit wo sie am meisten gebraucht werden dramtisch zurück. Ein nachhaltiger Kapitalaufbau in unserem Land fehlt, denn Kapitalaufbau ist Wohlstandsaufbau. Hier muss dringend gehandelt werden.
Vorab sollten Unternehmer Märkte wieder als Entdeckungsprozesse sehen. Dies ist sicherlich mit einigen Risiken verbunden, weshalb Kapital unverzichtbar ist, aber ebenso mit großen Chancen. Unternehmer sollten die Möglichkeit unternehmerischer Fehler sich und anderen zugestehen. Konkurse, Ausgleiche sind keine Schande, sofern sie nicht mit fahrlässiger Krida versehen sind, sondern Lernstufen, um sich auf den Märkten zu behaupten. Besonders gilt es, die Märkte und den Wettbewerb als Lernprozess sehen, denn niemand lässt sich auf ein Abenteuer ein, wenn er nicht die damit verbundenen Risiken kennt. Man sollte sehr wohl kennen was man verkauft – und darüber alles wissen und verstehen, damit man selbst darin investiert. Zukünftig geht nichts am ordentlichen Kaufmann vorbei und wird vom Kunden mit Vertrauen belohnt. Erst dadurch geht das unternehmerische Risiko auf und die Unternehmensprämie fällt ab. Damit diese nicht gleich wieder umverteilt wird, weil kaum einer Unternehmensrisiken eingeht, brauchen wir ein starkes Unternehmertum. Dieses gilt es wieder aufzubauen, denn nur so kann Wohlstand in unserem Land entstehen.

Herzlichst Ihr
Mag. Nikolaus Kimla

Rückblick

Power Breakfast 48 mit Mag. Wösner-Sandberg und Dr. Zehetner

Das 48. Power Breakfast der Wirtschaftsplattform GO AHEAD! lieferte Beiträge zu Unternehmenssanierung, Finanzierungsstrategien und Krisenbewältigung.

Mag. Barbara Wösner-Sandberg, MBA, Gründerin und Managing Partner der BAST AG, präsentierte beim letzten Power Breakfast „Private Equity als Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich“.
Private Equity zielt auf die langfristige Wertsteigerung von Unternehmen – Ziel ist nicht, ein Unternehmen nach 2 Jahren „auszuhöhlen“. In partnerschaftlicher Begleitung der Unternehmen und Unternehmer liegt der Focus auf der nachhaltigen Wert- und Weiterentwicklung. Werden die Interessen von Eigentümern, Managern und Investoren in Einklang gebracht, Produktivität und Effizienz gesteigert, profitieren davon letztlich alle Stakeholder.
Private Equity als Finanzierungsinstrument bietet die Chance, als ein zentraler Wachstumsfaktor den gesamten Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Private Equity-Investoren geben Wachstumsimpulse, PE-finanzierte Unternehmen wachsen schneller und verfügen meist auch über die besseren Management-Praktiken. Wösner-Sandberg sieht großes Potential im Markt – auf Seiten der Investoren vor allem bei den institutionellen Investoren. Aber auch bei den heimischen Unternehmen, unter denen es zahlreiche „versteckte Perlen“ gibt, die es zutage zu fördern gilt.

Dr. Eduard Zehetner, Sprecher des Vorstandes der IMMOFINANZ AG und IMMOEAST AG, sprach über Finanzierungsstrategien im „Turnaround“ als wesentlicher Beitrag zur Krisenbewältigung.
Zentrale Frage ist, wie man ein Unternehmen durch die Krise bringt. Der erste Schritt besteht in der Analyse der Krisenursache, um daraus die individuelle Lösung zu erarbeiten. Ist das Problem hausgemacht, muss es ein neues Management geben – vor allem an der Spitze – denn in der Krise ist nicht Kontinuität gefragt. Das Krisen Setup der Banken sieht i.d.R. vor, eine Flut an Beratern zu schicken, die laufend berichten. Zehetners Tipp hingegen ist, möglichst wenige Berater zu haben und die Krise mit den eigenen Mitarbeitern aufzuarbeiten.
Die Lösung selbst muss immer aus dem Unternehmen kommen. Berater helfen bei der Analyse, die Umsetzung hat aber im Unternehmen und gemeinsam mit den Mitarbeitern zu passieren. Ein Lösungskonzept, das Vertrauen schaffen soll, muss neben einer klaren Strategie und einem robusten Business-Plan vor allem Tempo vermitteln und klar signalisieren, dass sich tatsächlich „etwas tut“. Professionelle Konsequenz in der Umsetzung, begleitet durch entsprechende Erfolgskommunikation führt schließlich auf den richtigen Weg aus der Misere.

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[öffnen] » Vortrag Mag. Barbara Wösner-Sandberg: http://www.go-ahead.at/ 
[öffnen] » Vortrag Dr. Eduard Zehetner: http://www.go-ahead.at/ 

Vorschau

Power Breakfast 49: Vermögensforschung und die soziale Verantwortung von Unternehmen

Das nächste Power Breakfast findet am 25. März 2010, wie gewohnt in den Räumlichkeiten der uptime ITechnolgies GmbH, von 8.30 - 10.00 Uhr statt.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Druyen: "Vermögensforschung - ein neuer Blick auf Vermögen und Vermögende"

KR Martin Essl: "Vermögen schaffen durch Soziales Engagement - Soziale Verantwortung von Unternehmen"

Einladung und Anmeldemöglichkeit auf der Website von GO AHEAD! Empfehlen Sie die Wirtschaftsplattform GO AHEAD! gerne an Führungskräfte weiter ...

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Veranstaltungshinweise

Exklusive insights-Tage im März und April

GO AHEAD! insights - exklusive Workshops für Menschen, die unternehmerisch denken und handeln.

Die nächsten Termine:
18. März 2010
:"Trojanisches Marketing"
8. April 2010: "Effectuation-Workshop: Sicher entscheiden und handeln unter Unsicherheit"
15. April 2010: "Der Unternehmer in der Wirtschaftskrise"
Veranstaltungsort: 1030 Wien, Schwarzenbergplatz 8/10

Mit Ihrer Teilnahme an den insights-Tagen profitieren Sie immer!
Sie starten den Tag mit einem gesunden Frühstück; von 12.30 bis 14.00 Uhr wird ein leichtes Mittagessen im Restaurant Pan e Wien (Wien 3, Salesianergasse 25) serviert. Ein spezielles kurzes Bewegungsprogramm sorgt dafür, dass Sie den insights-Tag energiegeladen verbringen.

Die Wahl der Themen und Referenten sowie die ausgewählten Umfelder
machen die insights zu einer exzellenten Wissensdrehscheibe und bieten
den Teilnehmern einzigartigen Informationsvorsprung.

[öffnen] » Information und Anmeldung: http://www.go-ahead.at/ 
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Veranstaltungshinweise

Austrian Equity Day 2010

DER AED 2010
UNTERNEHMENSFINANZIERUNG NACH DER KRISE. Eigenkapital als Motor des Aufschwungs

Die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise waren und sind vor allem im Bereich der Unternehmensfinanzierung spürbar.
Der AED 2010 widmet sich daher den Konsequenzen, die diese Herausforderungen für die Unternehmensfinanzierung haben. Welche Rolle spielt die Börsefinanzierung in Zukunft? Welche Auswirkungen haben die geplanten neuen Regulierungen auf die Finanzierungskosten? Welche Finanzierungsalternativen bieten sich für Unternehmen?

[öffnen] » Anmeldung und Programm: http://www.aktienforum.org/ 

Literaturtipp

Gregor Hochreiter: "Krankes Geld, Kranke Welt - Analyse und Therapie der Globalen Depression "

Ökonom Hochreiter sieht die Inflationierung des Geldes als ökonomische Ursache der Wirtschaftskrise.

Mit milliardenschweren Rettungspaketen versuchen Regierungen und Zentralbanken seit geraumer Zeit gegen die Wirtschaftskrise vorzugehen. Doch diese Maßnahmen wirken nur aufschiebend und werden die  Rezession zu einem späteren Zeitpunkt nur umso schärfen ausfallen lassen, argumentiert Hochreiter. Die Wurzel des Übels liege in der beständigen Ausweitung der ungedeckten Geldmenge (Inflation) über den Kreditmarkt. In seinem soeben erschienenen Buch "Krankes Geld, Kranke Welt" beschreibt Hochreiter in für Laien verständlicher Sprache die ökonomischen Hintergründe und Dynamiken der Wirtschaftskrise und wie diese die privaten Ersparnisse und das Gemeinwohl bedroht. Er zeigt, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Therapie des konjunkturellen Auf und Ab geeignet sind und trägt mit seinen Ausführungen zur aufkommenden Systemdiskussion bei.

"Krankes Geld, Kranke Welt - Analyse und Therapie der Globalen Depression " mit einem Vorwort von Roland Baader
Autor: Gregor Hochreiter
Erschienen im Resch-Verlag
Paperback, 264 Seiten
ISBN: 978-3-935197-94-6
€ 19,90

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